Self-Made Sitzkissen

"Self-Made-Sitzkissen"

Als ich auf meinen Motorradtouren des Öfteren feststellen musste, dass mir der Hintern, ganz speziell der Steiß weh tat, wünschte ich mir ein schönes Motorradsitzkissen. Da lag es nahe, sich mal im Netz schlau zu machen und zu schauen, wie die Dinger so aussehen und was so etwas kostet.
Gleich darauf kam auch die Ernüchterung. Über 100,- EUR verlangt der Einzelhandel... Ist da Pfand drauf oder was?
Ich habe mich dann lieber von den völlig überteuerten Sitzkissen inspirieren lassen. Denn ich finde den Preis, der dafür aufgerufen wird, fast schon frech. Wobei ich auch anmerken muss, dass die Dinger wirklich sehr gut sein sollen. Ich habe bis jetzt noch nichts Schlechtes darüber gehört.
Aber trotzdem ist es mir das viele Geld nicht wert. Könnte man es doch auch genauso gut in Form von "Super 95 Oktan" erster Güte in den Tank füllen und immer schön fahren, fahren, fahren...

Und genau deshalb, hatte ich die glorreiche Idee, ich bastle mir solch ein Kissen doch glatt günstig und schnell selber.
Mit wenigen Dingen hat man schließlich auch schnell eine "Self-Made Sitzkissen".
Mein "Self-Made-Sitzkissen" hat zwar keine Luftkammern, Härtegradeinstellungen, Gelpolster, ergonomische Formgebung und was weiß ich nicht alles, aber dafür kostet es auch so gut wie nichts im Verhältnis zum industriellen Produkt. Und trotzdem erfüllt es auch ohne viel Hightech seinen Zweck ganz gut. 

Hier nun eine kleine Anleitung, wie man sich sein "Self-Made-Sitzkissen" selber basteln kann.

Als erstes braucht man dazu einige Dinge:

- Isomatte (Polyethylen-Schaum) 2,99 EUR
- Die Gummibänder der Isomatte
- Ein altes Hosenbein (Hat man vielleicht noch rumliegen)
- Zweiseitiges Klebeband oder auch Kleber für die einzelnen Lagen
  (Gibt es zur Not auch im Baumarkt)
- Ein Cuttermesser (Zum Zuschneiden der einzelnen Lagen)
- Einen Stift (Zum Anzeichnen)
- Einen Zollstock (Ja ja ich weiß, das Ding heißt Gliedermaßstab)
- Eine geeignete Unterlage zum schneiden der Lagen

Wenn diese Dinge vorhanden sind, kann es auch schon losgehen.

1. Ausmessen des Sitzkissens

Dazu messen wir am Motorrad die erforderliche und gewünschte Sitzfläche des Sitzkissens aus.
Ich habe bei meinem Kissen an der breitesten Stelle die Maße (LxBxH) 28 x 25 x 3 cm und an der schmalsten Stelle (LxBxH) 28 x 18 x 3 cm.
Das Maß und die Sitzhöhe variiert natürlich bei jeder Sitzbank und deshalb muss jeder selber messen.

2. Zuschneiden der Lagen

Nachdem wir nun die Maße für das Sitzkissen haben, müssen nun die einzelnen Lagen zugeschnitten werden.
Als erstes übertragen wir die Maße, die wir eben an der Sitzbank des Motorrads ausgemessen haben, mit dem Stift auf den Schaumstoff der Isomatte.
Danach schneiden wir an den Linien mit dem Cuttermesser entlang.
Nun ist die erste Form fertig. Den gleichen Schritt wiederholen wir solange, bis die gewünschte Sitzhöhe anhand der Vielzahl von Lagen erreicht ist.
Ich habe 4 Lagen genommen. 
 

3. Kleben der Lagen

Nun haben wir die Lagen vor uns zu liegen.
Jetzt müssen sie noch miteinander verklebt werden, damit sie hinterher nicht verrutschen.
Dafür kleben wir einzelne Streifen zweiseitiges Klebeband auf die Unterseite der Lagen. Praktisch wie ein Sandwich werden jetzt alle Lagen miteinander verklebt. Man kann auch Kleber dafür verwenden. Aber Achtung!!! Bitte darauf achten, dass es ein Kleber ist, der den Schaumstoff nicht auflöst.
 

 

4. Abrunden der Kanten

Damit unser Kissen auch etwas für die Augen ist und auch etwas professionell aussieht, werden nun die Kanten etwas abgerundet.
Dabei ist es egal, wie sehr die Rundungen ausfallen. Es gilt: "Jeder wie er es mag".
Und schon ist der Kern fertig.
 

5. Zusammenbauen der Teile

Abschließend habe ich die fertigen Teile einer Schneiderin gegeben, die mir das alles vernäht hat. Wer selber eine Nähmaschine hat und auch damit umgehen kann, kann das natürlich auch selber vernähen und sich das Geld für diese Leistung sparen. Zum Schluss wird noch das Gummiband an die Seiten genäht, damit das "Self-Made-Sitzkissen" beim Motorradfahren nicht verrutschen kann oder sogar wegfliegt. Für den Bezug diente bei meinem "Self-Made-Sitzkissen" ein Hosenbein von einer alten Hose. 
 

 




Und so sieht das fertige "Self-Made-Sitzkissen" aus.
 

 

 


Ich hoffe es hat euch gefallen.
Vielleicht möchte es ja jemand nachbauen oder verbessern. Schreibt mir eure Meinung dazu unten in das Fenster.





Kommentare zu dieser Seite:
Kommentar von Rossi( rossimotorrad-blogbuch.de ), 05.12.2015 um 09:17 (UTC):
Wie sind denn denn eine Erfahrungen mit dem Kissen?

Erhöht es auch Deine Sitzposition oder "sackt" es zusammen?

Viele Grüße, Rossi

Kommentar von Max( maxo34web.de ), 07.09.2015 um 18:28 (UTC):
Auch ne geile Idee. Ich steck mir bei weiteren Fahrten ca 400 KM, 3 von den zugeschnittenen Lagen in die Hose....

Kommentar von Sly( silvesterlangenme.com ), 15.04.2015 um 17:26 (UTC):
Und das funktioniert wirklich gut? Will es mir nachbauen, aber habe ehrlich gesagt meine Zweifel.

Kommentar von Ingolf( Hanieman500hotmail.com ), 29.01.2015 um 21:03 (UTC):
und bist Du mit dem Kissen zufrieden ? ich habe mir eine Fahrradhose mit Gel -Einlage bestellt die ich unter der Motorradhose dann trage , habe s aber noch nicht gestestet

Kommentar von Lutz( lutziferusweb.de ), 17.06.2013 um 12:55 (UTC):
mhh...wäre ne alternative zum aufpolstern...ne GÜNSTIGE alternative!

Kommentar von Eggi( ), 14.05.2012 um 16:43 (UTC):
Nu hab ich es live gesehen.

Klasse Arbeit!!!!

Kommentar von Jan( janbecker1991web.de ), 28.03.2012 um 11:36 (UTC):
das werde ich doch gleich mal ausprobieren! sieht doch besser aus als mit nem Schaffell auf der Sitzbank!



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